©Beard&Shave

Vollbart, Schnurrbart, Drei-Tage-Bart. Ja, Bärte erfreuen seit Jahren (wieder) wortwörtlich wachsender Beliebtheit. Doch nicht jedermann – und jeder Mann – macht den Trend mit. Davon abgesehen sollte auch ein schöner Bart ordentlich aussehen. Deshalb gilt nach wie vor: die meisten Männer rasieren sich Tag für Tag. Bis zum Lebensende verbringen die Herren der Schöpfung durchschnittlich insgesamt 140 Tage alleine mit der Rasur. Und auch da hat jeder seine ganz eigenen Vorlieben. Die einen mögen es nass, die anderen lieber trocken. Eine Rasur ans sich ist kein Hexenwerk. Und wie so oft gilt: Übung macht den Meister. Aber welche Art der Barthaarentfernung ist denn jetzt eigentlich besser? Und welche Pflege brauchen frisch rasierte Gesichter? Wir haben für euch alles Wichtige zum Thema Rasur und After Shave gesammelt.

Zunächst ein paar wissenschaftliche und lustige Fakten vorweg:

Sowohl die Stärke als auch die Dichte der Behaarung hängt – übrigens unabhängig vom Geschlecht –  vom (männlichen) Hormon Testosteron und genetischen Faktoren ab. Im Schnitt wächst ein Barthaar pro Woche etwa 2,8 mm. Rasiert man(n) sich nicht und pflegt den Bart entsprechend, kann man(n) mit seinem Bart auch schon mal eine Länge von 4,29 m erreichen. So lang war zumindest der Schnurrbart eines Inders, der es damit 2010 ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft hat. Aber wir widmen uns heute ja der Entfernung des Bartes. Und da kann man(n) einiges falsch machen: Stumpfe Klingen, eine falsche Vorbereitung und die fehlende Hautpflege danach. Und für welche Art der Rasur man(n) sich letztendlich entscheidet, hängt vom jeweiligen Typ ab. Hier gibt es zum Glück kein richtig oder falsch, sondern eher Vor- und Nachteile.

Die optimale Vorbereitung

Im Idealfall rasiert man(n) sich morgens vor dem Frühstück. Dann ist die Haut noch nicht so gut durchblutet und eventuelle Schnittverletzungen bluten nicht so stark und lange, wie nach dem Essen. Vor der Rasur sollte das Gesicht gründlich gereinigt werden, um Schmutz und Keime zu entfernen, die durch die Rasur in die Poren gelangen können. Am besten wäscht man sich mit warmem Wasser und Seife. So werden die trockenen und harten Barthaare aufgeweicht. Hinzu kommt: auf fettfreier Haut haften Rasiergel und Co. einfach besser. Wer mag, kann auch ein spezielles Pre-Shave-Produkt auftragen, um die Haare einzuweichen und aufzurichten. Einige Produkte enthalten zudem antiseptische Inhaltsstoffe, die vor Entzündungen – durch eingewachsene Haare beispielsweise – schützen. Vor allem für eine anschließende Trockenrasur empfiehlt sich die Verwendung dieser Produkte.

Die Trockenrasur

Für dieser Art der Rasur benötigt man(n) einen elektrischen Rasierer mit Strom oder Batterien, ein Pre-  sowie After-Shave-Produkt, Desinfektionsmittel sowie optional einen Reinigungspinsel oder ein Spray. Bei einer Trockenrasur wird das Barthaar nicht im klassischen Sinn geschnitten, sondern an der Hautoberfläche gekappt. Sie eignet sich deshalb vor allem für Männer, die es schnell und unkompliziert mögen und ihren Bart einfach nur in Form bringen oder stutzen möchten. Auch für Männer mit empfindlicher oder unreiner Haut empfiehlt sich eine Trockenrasur, weil sie das Verletzungsrisiko minimiert. In welche Richtung man rasiert, ist dabei tatsächlich egal. Allerdings wächst das Barthaar bei dieser Art der Rasur auch schneller nach bzw. es wird eher sichtbar. Wer es also aalglatt mag, muss entweder öfter rasieren oder rasiert sich nass.

Die Nassrasur

Wer sich für die klassische Nassrasur entscheidet, entscheidet sich gleichzeitig auch für ein Stück Kultur. Die Nassrasur braucht Zeit und Muße und ist nicht ganz so einfach in der Handhabung wie eine Trockenrasur. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, dass immer mehr Männer in Barbershops gehen, die seit einiger Zeit wie Pilze aus den Boden deutscher Städte sprießen. Insgesamt ist eine Rasur mit dem Nassrasierer oder gar Messer genauer und sauberer und das Ergebnis glatter. Das liegt daran, dass die Haare bei einer Nassrasur wirklich abgeschnitten und nicht wie bei einer Rasur mit dem elektrischen Pendant abgehobelt werden.

Für eine gründliche Nassrasur benötigt man(n) – natürlich – ein Rasiermesser, -hobel oder einen Nassrasierer mit entsprechenden Wechselklingen. Diese sollten regelmäßig und vor allem frühzeitig ausgetauscht werden, um Entzündungen, Hautirritationen und Infektionen vorzubeugen. In der Regel empfiehlt sich ein Klingenwechsel nach jeder zehnten Rasur.  Generell gilt aber: Sobald der (meist farbige) Feuchtigkeitsstreifen verblasst ist und einzelne Härchen zwischen den Klingen hängen, die sich nur noch schwer entfernen lassen, ist es Zeit für einen Wechsel. Weiterhin braucht man warmes Wasser, Rasierschaum, -gel, –seife oder -creme, je nachdem einen Rasierpinsel und auf jeden Fall ein After-Shave-Produkt. Wichtig ist eigentlich nur, immer ein Produkt zu verwenden, das den jeweiligen Haut-Bedürfnissen entspricht, zum Beispiel ein feuchtigkeitsspendendes Rasiergel für trockene Haut.

Richtig Rasieren fängt beim Einweichen der Barthaare an. Dafür trägt man zunächst das Einseifmittel seiner Wahl auf die Kinnpartie auf und lässt es etwa zwei Minuten einwirken. So haben die Barthaare Zeit, sich aufzurichten, um später besser von der Rasierklinge erfasst werden zu können. Ungeduldige Herren greifen zu Rasiercreme oder besser noch Rasierseife. Sie muss (etwas länger) einmassiert werden, um genügend Schaum zu erzeugen. Besonders Geübte rasieren sich im 30° Winkel, ohne großen Druck und gegen den Strich, d.h. gegen die Wuchsrichtung. Männer mit sensibler Haut sollten hingegen mit dem Strich rasieren und lieber noch einen zweiten Rasurgang einlegen, um die Haut zu schonen und Verletzungen vorzubeugen. Ein guter Rasierer liefert übrigens auch ein glattes Ergebnis, wenn der Bart unterschiedliche Haarwuchsrichtungen hat. Mit der freien Hand zieht man einfach die Haut straff nach oben und schon kanns losgehen. Grimassen schneiden und aufblähen der Backen und Lippenpartien helfen übrigens dabei, auch unebene Stellen zu erreichen.

Während der Rasur muss die Klinge mehrmals mit warmem Wasser abgespült werden, um die in den Klingen hängende Haare zu entfernen und so eine Blockade zu verhindern. Tipp: hierfür eine kleine Rasierschale mit heißem Wasser verwenden, in der man(n) den Rasierer vor der Rasur erhitzen und zwischen den Zügen abwaschen kann. Manche Männer klopfen den Rasierer am Waschbeckenrand ab, auch das ist in Ordnung. Allerdings sollte darauf verzichtet werden, den Rasierer mit der Klinge aufzuschlagen, da diese sonst beschädigt werden kann. Oberlippe und Kinn sollten erst zum Schluss rasiert werden, damit die Creme oder Seife länger einwirken kann, weil die Haare hier besonders hartnäckig und widerstandsfähig und die Haut besonders empfindlich sind.

Zum Schluss – und VOR der abschließenden Hautpflege – sollte die Rasur noch einmal gründlich kontrolliert werden, vor allem schwer zu erreichende Hautpartien. Am besten bei guten Lichtverhältnissen und mit einem zusätzlichen Handspiegel. Schließlich ist nichts ärgerlicher, als beim Auftragen des After-Shaves vergessene Haare zu entdecken.

Natürlich kann es im Eifer des Gefechts mal passieren, dass man sich schneidet. Keine Grund zur Panik, denn mit der Wunderwaffe Alaun ist die Wunde schnell versorgt. Sofern die Schnittverletzung nicht lebensbedrohlich ist, kann man Wunden mit einem Alaunstift oder Alaunstein versorgen.

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Nach der Rasur

Schaum- oder Seifenreste sollten gründlich mit reichlich Wasser abgewaschen werden. Aber auch nach einer Trockenrasur empfiehlt sich ein kurzer Waschgang, um eventuell auf der Haut zurückgebliebene, abgeschnittene Haare zu entfernen. Am besten mit kaltem, klarem Wasser – das erfrischt und schließt die Poren. Anschließend sollte die Haut mit einem sauberen Handtuch trocken getupft werden. Danach ist ein desinfizierendes After-Shave Plicht – egal ob Nass- oder Trockenrasur. Es wirkt beruhigend, entzündungshemmend, klärend, verhindert Pickel und verleiht dem Gesicht einen Frischekick. Männer mit empfindlicher und/oder trockener Haut greifen besser zu einen milden, alkoholfreien After-Shave-Balsam, der Feuchtigkeit spendet und die Regeneration der Haut unterstützt. Der in klassischem Rasierwasser enthaltene brennt nämlich nicht nur auf der Haut, sondern kann diese auch zusätzlich reizen und weiter austrocknen.

Und auch der Rasierer braucht ein After-Shave-Programm: Nassrasierer sollten gründlich unter warmem, fließendem Wasser abgespült werden. Anschließend einfach an der Luft trocknen lassen. Trockenrasierer sollten abgeblasen und abgeklopft werden; der Scherkopf mit Hilfe einer speziellen Bürste bzw. eines Pinsels gereinigt werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, den Scherkopf alle sechs Wochen mit einem Spray zu desinfizieren. Nach spätestens 18 Monaten sollten Scherfolie und Messerblock dann komplett ausgetauscht werden.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Regelmäßige Gesichtspeelings verhindern ein schmerzhaftes Einwachsen der Barthaare