Wer den Begriff „Fruchtwasser“ liest, denkt wahrscheinlich zuerst an die bunten, fruchtigen Detox-Wasser, die letzten Sommer alle Ernährungstrends dominierten. Das es aber auch in vielen Kosmetika Fruchtwasser gibt, die nicht nur wunderbar duften, sondern die Haut auch reinigen und pflegen, wissen die wenigsten. Dabei sind diese oft richtige Wundermittel. Wir widmen uns heute diesen aromatischen Nischenprodukten.

Alle mehrphasigen Kosmetikprodukte werden mithilfe einer Wasser-Phase aufgebaut. Mehrphasige Kosmetika sind Präparate auf Öl-Wasser-Basis, und erhalten ihren Namen dadurch, dass die beiden „Phasen“ der Pflege sich bekanntlich nicht miteinander vermischen. Die Wasserphase eben dieser Produkte besteht in den meisten Fällen aus destilliertem Wasser, kann jedoch auch durch andere Produkte wie Thermal-, Quell- oder auch durch Meerwasser ersetzt werden.

Der Trend zu natürlichen Inhaltsstoffen in kosmetischen Pflegeprodukten freut vor Allem die Naturkosmetikhersteller. Dieser Trend führt auch dazu, das immer mehr mehrphasige Kosmetika mit Fruchtwässern statt destilliertem Wasser hergestellt werden. Die beliebtesten Arten von Frucht- und Obstwässern sind hier Rosen-, Apfel-, Orangenblüten- und Aloe-Vera-Säfte. Der Zusatz eben dieser Fruchtwasser erhöht nicht nur die allgemeine und nachhaltige Wertigkeit eines Produktes - es verbessert auch die pflegende Komponente. Denn diese natürlichen Zaubertränke versorgen nicht nur intensiv mit Feuchtigkeit, sondern spenden dabei auch viele Vitamine, Mineralstoffe, und Enzyme. Ein angenehmer Nebeneffekt: die mit Fruchtwasser versetzte Kosmetik erhält einen angenehmen, natürlich-frischen Duft.

Herstellung der Fruchtwässer

Florale Fruchtwasser, wie beispielsweise das Rosenwasser, sind ein Nebenerzeugnis bei der Gewinnung von ätherischen Duftölen bei der Parfumherstellung. Bei der Destillation des Rohprodukts tritt der Wasserdampf aus; dieser kondensiert und kann als Fruchtwasser gewonnen werden. Das hierbei erhaltene Fruchtwasser wird auch als Hydrolat bezeichnet.

Hydrolate einen zwei Vorteile: sie pflegen zum einen intensiv und versorgen die Haut mit vielen wichtigen Spurenelementen. Andererseits sind sie dabei aber auch sehr viel sanfter zur Haut und rufen nur selten Hautirritationen vor. Außerdem sind sie non-toxisch: Rosenwasser kennt man zum Beispiel auch als Zutat des beliebten Marzipans.

Faunale Fruchtwässer wie Kirsch- oder Pflaumenwasser werden durch schonendes Trocknen der Früchte bei Niedrigtemperatur hergestellt und anschließend zur Weiterverarbeitung steril abgefüllt.

Doch auch bei eher trockenen Rohstoffen, zum Beispiel bei der Wurzel Ingwer, kann Fruchtwasser gewonnen werden. Hier ist dies allerdings etwas aufwändiger: Durch den geringen Wasseranteil muss die Wurzel mit Ultraschall behandelt werden, um das Fruchtwasser herauszulösen. Dies macht auch das Endprodukt entsprechend hochpreisiger.

Trend Fruchtwasser

Lange Zeit wusste kaum ein normaler Endverbraucher von diesen Inhaltsstoffen. Durch den Trend hin zum naturbewussten Leben und Pflegen und zum bewussten Konsum erhalten Fruchtwasser immer mehr Anerkennung. Man möchte wissen, was in seinen Kosmetika enthalten ist, man möchte wissen, wo die Inhaltsstoffe herkommen und unter welchen Bedingungen diese hergestellt wurden. Nicht nur in Pflegeprodukten für Frauen, sondern auch in der Herrenpflege finden sich immer häufiger Hydrolate. Die Fruchtwässer garantieren nämlich nicht nur eine ausgewogene und reichhaltige Pflege, sondern helfen auch dem Gewissen: ihr natürliches Herstellungsverfahren schon die Umwelt und ist Tierversuchs-frei und unterstützen so den grünen Lebenswandel.

Außerdem konnte mit Präparaten, die diese Wässerchen enthalten, entscheidende Erfolge bei der Behandlung von Neurodermitis und Schuppenflechte verbucht werden. Dieser natürliche Helfer ist ein Garant für schöne, reine Haut und ein reines Gewissen.

Fruchtwasser in der täglichen Kosmetik

Auch in Ihren Produkten werden sich sicherlich einige Fruchtwässer finden. Sehen Sie einmal auf den Inhaltsangaben ihrer Kosmetika und halten Sie Ausschau nach der Aufschrift „Pyrus Malus“ oder „Fruit Water“. Sicherlich werden Sie bei der Suche auf einige Treffer in ihren Präparaten stoßen. Dies ist jedoch nicht verwunderlich: Fruchtwässer in Niedrigkonzentrationen sind ein lange bekanntes und bewährtes Mittel in der Schönheitsindustrie. Sie blieben jedoch lange Zeit ein Nischenprodukt, da es aus der Werbeindustrie rausgehalten wurde, und so keine Steigerung des Bekanntheitsgrads erreicht wurde.

Nachfolgend haben wie für Sie vier verschiedene Fruchtwässer gesammelt, die sie kennen sollten. Diese vier zeichnen sich durch eine besonders durchschlagende Wirkung aus und können auch bei komplizierteren Hautproblemen eine Abhilfe sein. Von A wie Apfel bis Z wie Zitronenwasser kommen hier die Fruchtwasser-Allstars:

Apfelwasser: Das Apfelwasser pflegt nicht nur mit seinen reichen Vorkommnissen an Mineralstoffen, sondern hilft auch aktiv dabei, den natürlichen PH-Wert der Haut auszugleichen. Des Weiteren aktiviert es den Stoffwechsel und regt so zur Regeneration und Selbstheilung der Haut an. Oft enthalten in Nachtpflege und Anti-Aging-Produkten für die Hautpflege ab 40.

Kiwiwasser: Neben den pflegenden Komponenten enthält es einen großen Anteil an Fruchtsäure, was wie ein non-chemisches Peeling für die Haut wirkt. Außerdem spendet es der empfindlichen Haut im Gesicht viel Vitamin C zum Aufbau des natürlichen Schutzmantels.

Orangenwasser: Duftet nicht nur betörend-frisch nach einem exotischen Cocktail, sondern enthält auch eine breite Palette an mineralischen Spurenelementen. Außerdem wird dem Orangenwasser eine bleichende Wirkung nachgesagt, was bei der Bekämpfung von Aknenarben und Altersflecken beitragen kann. Obgleich es die bleichende Wirkung hat, bleibt es trotzdem sehr mild und reizarm. Deshalb kann es von den unterschiedlichsten Hauttypen, von reif bis jung, von sensibel bis unempfindlich, verwendet werden. Es soll auch bei der Therapie von Gefäßschäden helfen und heilen.

Weintraubenwasser: Dieses Fruchtwasser duftet eher neutral und wird vor allem in Kosmetika für die Körperpflege verwendet. Seine Anti-Oxidantien wirken unterstützend bei der Therapie von geschwollener, überpigmentierter und fettiger Haut. Häufig findet man Weintraubenwasser außerdem auch in Haarpflegeprodukten und Kosmetika gegen Cellulite und Schwangerschaftsstreifen. Ein echtes Wunderwasser!

Zitronenwasser: Ebenso wie das Orangenwasser hat auch dieses Fruchtwasser eine bleichende Wirkung und verbreitet auch einen frisch-exotischen Duft. Außerdem wurde diesem Präparat eine antiseptische Wirkung nachgewiesen und kann so unterstützend bei der Pflege von Mischhaut-Typen eingesetzt werden.

Tipp: Sie können auch reines Fruchtwasser kaufen und eigene Masken und Peelings herstellen. Außerdem können Sie ihre bereits vorhandenen Produkte durch den Zusatz von Fruchtwasser aufwerten. Geben Sie hierzu etwas von Ihrer Pflege auf die Handfläche und mischen Sie es mit ein oder zwei Tropfen Ihres präferierten Fruchtwassers. Tragen Sie Ihre Pflege danach wie gewohnt auf Ihr gereinigtes Gesicht auf.

Welche Fruchtwässer konnten Sie in Ihrer Kosmetik finden? Kannten Sie die Wirkung dieser Mittel bereits und werden Sie in Zukunft auf solche Präparate zurückgreifen? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

Fruchtig-frische Sommergrüße aus Mainz,

Ida