Titelbild:© Alexinagraham via Instagram

Viele von uns arbeiten den ganzen Tag am Computer. Selbst, wenn wir frei haben, blicken wir immerzu aufs Smartphone oder schauen zum Entspannen abends Fernsehen. Auch, wenn wir es uns vielleicht selten bewusst machen, aber: Unsere Augen sind oftmals den größten Teil des Tages auf den einen oder anderen Bildschirm gerichtet. Ob es nun für die Arbeit ist oder in unserer Freizeit – der Blick in die Röhre kann für unsere Augen ganz schön anstrengend sein. Deswegen ist es wichtig, den Augen hin und wieder mal eine kleine Auszeit zu verschaffen. Kleine Erholungspausen und Übungen für die Augen dauern nur wenige Minuten und lassen sich problemlos in den Arbeitsalltag und freie Momente zwischendurch integrieren.

Was passiert beim Arbeiten am Computer mit unseren Augen?

Wir muten unseren Augen ganz schön was zu, wenn wir sie Tag für Tag auf einen Bildschirm starren lassen, und das auch noch viele Stunden am Stück. Nun, für die Arbeit ist es schlichtweg notwendig, dass wir unseren Computer benutzen. Deswegen ist es wichtig, dass wir es unseren Augen so leicht wie möglich machen, mit der strapaziösen Arbeit am PC umzugehen. Denn beim ständigen Blick auf den Bildschirm sind unsere Augen zugleich über- und unterfordert. Wie soll das gehen, fragt ihr euch?

Überforderung und Unterforderung zugleich – unsere Augen machen ganz schön was mit

Nun, mit dem unablässigen Blick auf den Bildschirm sind die Augen einerseits unverhältnismäßig stark beansprucht, andererseits fordern wir sie auch überhaupt nicht. Bei der Arbeit mit dem Computer ist unser Sichtfeld recht klein und sehr eingeschränkt. Auch die Distanz bleibt in der Regel mehr oder weniger unverändert. Dieser Wechsel zwischen großen und kleinen Entfernungen, in die wir blicken, fehlt unserem Auge. Es muss sich nicht auf unterschiedliche Entfernungen ein- und scharf stellen. Diesen Vorgang nennt man Akkomodation. Er wird bei der Computerarbeit praktisch nicht gefordert.

Zudem muss sich unser Auge nicht an unterschiedliche Lichtverhältnisse anpassen (Adaption). Denn das künstliche Licht des Bildschirms ist uns vorgegeben und schwankt kaum. Zuletzt kommt noch hinzu, dass wir beim Blick auf den Bildschirm unsere Blink-Frequenz nach unten schrauben, das heißt, wir blinzeln weniger. Bewusst oder unbewusst. Das kann besonders für Kontaktlinsenträger und -trägerinnen unangenehm werden. Sie spüren bei mehrstündiger Arbeit am Bildschirm oft, dass ihre Augen trocken werden. Denn wer weniger blinzelt, befeuchtet seine Netzhaut nicht mehr in dem Maße, wie das Auge es eigentlich gewöhnt ist. Die Bindehaut kann sich nach einer Weile nicht mehr ausreichend regenerieren und die Augen können beginnen zu schmerzen.

Regelmäßige Pausen minimieren die Beschwerden

Beschwerden wie trockene Augen oder schmerzende Augen treten besonders häufig bei Menschen auf, die viele Stunden am Stück ohne nennenswerte Unterbrechungen am Bildschirm sitzen und arbeiten.

Das sind die Symptome, auf die ihr achten solltet: 

  • Verspannungen rund ums Auge
  • das Sehen wird verschwommen und das Fokussieren wird schwieriger
  • müde und trockene Augen, in schweren Fällen auch brennende Augen

Abgesehen davon, dass diese Symptome einfach nur unangenehm und schmerzhaft sind, hindern sie uns auch am konzentrierten Weiterarbeiten. Deswegen ist es so wichtig, dass wir die Beschwerden verringern. Das gelingt uns leicht, wenn wir nur darauf achten, ausreichend Pausen zu machen. Kleine Übungen bedeuten Erleichterung für die Augen, sorgen für ein paar Momente der Entspannung und helfen bei der Regeneration. Hier zeigen wir ein paar Übungen, die die Augen entspannen.

Übung 1: Augen zu und durch

Benutzt ihr auch manchmal die drei süßen Affen Emojis beim Nachrichten schreiben? Der eine hält sich die Augen zu, der zweite die Ohren und der dritte hält die Hände vorm Mund zusammen. Bei dieser ersten Übung für entspannte Augen tun wir es dem ersten Affen gleich. Erst werden die Hände kurz zusammen gerieben, um sie zu erwärmen. Dann heißt es: Augen schließen. Die Hände werden nun ohne Druck und leicht gewölbt über die Augen gelegt. Die Nase muss frei bleiben, denn gleichzeitig wird nun tief durchgeatmet. Auch der Rest des Oberkörpers kann nun für ein paar Momente entspannt werden. Also: Schultern locker machen und den Kopf wenn gewünscht leicht nach vorn neigen. Nun einfach mal genießen und eine Minuten lang verweilen und tief durchatmen. Dann langsam die Hände von den Augen nehmen und einige Sekunden später die Augen wieder öffnen.

Übung 2: Schlaufen legen 

Die Augen rollen müssen wir manchmal, wenn wir mal wieder über Kollegen ärgern. Aber die Augen richtig rollen, nach links und rechts kreisen lassen – das kann auch die Muskulatur entkrampfen und für Entspannung in den Augen sorgen. Also starrt nicht immer nur gerade aus auf den Bildschirm. Lasst eure Augenmuskulatur ruhig mal zeigen, was sie kann und fordert sie heraus. Nach links und rechts drehen, hoch und runter schauen, oder besonders knifflig: Schlaufen legen. Tut dabei einfach so, als ob ihr mit euren Augen eine liegende Acht nachzeichnet. Schließt dafür die Augen und folgt dieser liegenden Acht. Versucht das ein paar Mal hintereinander ohne Pause. Wenn es schon gut klappt, versucht auch mal die andere Richtung.

Übung 3: Nah und fern

Diese Übung klappt besonders gut im Freien, oder wenn der Arbeitsplatz am Fenster mit Ausblick ist. Dafür lasst ihr einmal den Blick schweifen und sucht euch drei oder vier Objekte aus, die sich in unterschiedlicher Entfernung zu euch befinden. Sie sollten alle ungefähr in der gleichen Blickrichtung sein. Zum Beispiel das Wasserglas direkt auf dem Schreibtisch, die Laterne direkt vorm Bürofenster und ein Gebäude in weiterer Entfernung. Diese Punkte versucht ihr nun nacheinander von nah bis fern zu fixieren. Zwischendurch jeweils einmal bewusst blinzeln. Diese Abfolge kann ein paar Mal auch in umgekehrter Reihenfolge wiederholt werden.

Übung 4: Blinzeln bitte!

Eine der unangenehmsten Nebenwirkungen der Arbeit am Bildschirm sind die trockenen Augen. Ausgelöst werden sie durch zu wenig blinzeln. Wenn wir konzentriert arbeiten, reduzieren wir die Blinzelfrequenz und wir verteilen weniger Tränenflüssigkeit auf der Netzhaut. Für einen entspannten Lidschlag sorgt diese Übung. Dafür legt ihr die Zeigefinger an den äußeren Winkeln der Augen auf. Nun blinzelt einmal. Ihr könnt am Finger spüren, wie der Muskel am Auge beim Blinzeln nach innen zieht. Nun versucht mal, statt dem schnellen Blinzeln die Augen ganz langsam zufallen zu lassen. So, als ob ihr gerade langsam einschlaft. Der Muskel ist nun nicht mehr zu spüren. Die Augen nun drei Sekunden geschlossen halten und die Übung 10 bis 15 mal wiederholen. Ruhig mehrmals am Tag trainieren, um die Augen zu trainieren, den Lidschlag unverkrampft durchzuführen.

Tipp: Brillenträger sollten unbedingt die Brille abnehmen. Und es schadet auch nicht, nach den Übungen einmal aufzustehen und sich zu strecken. Also: Brennende und strapazierte Augen lassen sich schon mit wenigen Minuten Übung und Entspannung am Tag minimieren. Ob auf der Arbeit oder zu Hause. Gönnt euren Augen die paar Minuten Ruhe und Ausgleich am Tag.

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